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Koch zu werden, das ist, wenn man Fernsehköchen zusieht, ein Traumjob. Für viele junge Köche ist der Beruf allerdings ein Albtraum. Arbeitszeiten von neun Uhr morgens bis zwei Uhr nachts, Stress und Hitze, schlechte Bezahlung und manchmal katastrophale hygienische Verhältnisse machen den Anfängern zu schaffen. Die NDR Reportage blickt hinter die Kulissen eines Restaurantbetriebes und begleitet drei aufstrebende Jungköche während ihrer anstrengenden Zeit der Ausbildung. Sind sie für das harte Geschäft der Gastronomie gemacht?

„Fünfmal Gans, drei Steinbutt, viermal Angus, eines durch, sechsmal Hummer und zwölf Appetizer": Diese Ansage von Sternekoch Heinz Wehmann knallt durch sein Mikrofon über die Lautsprecher direkt zu seinen neun Köchen in der Küche des Restaurants Landhaus Scherrer. Jetzt nur nicht den Überblick verlieren, draußen warten 200 Gäste.

Dennis Schulz ist Azubi im zweiten Lehrjahr. Der 22-Jährige hat bereits eine abgeschlossene Ausbildung zum Restaurantfachmann. Jetzt will er noch eine Kochausbildung erfolgreich abschließen. Für ihn stehen in den nächsten Wochen mehrere Herausforderungen an: Er muss ein neues Monatsgericht entwerfen. Dieses muss er der Küchenleitung vorstellen noch am selben Tag durch ständiges Üben perfektionieren. Außerdem soll er bei einer wichtigen Veranstaltung alleinverantwortlich für den Appetizer sein.

Heinz Wehmann hat hohe Ansprüche an seine Auszubildenden. „Man muss nicht nur kochen können. Man muss multitaskingfähig sein und drei Jobs gleichzeitig bewältigen. Gerade für die jungen Mitarbeiter ein hartes Stück Arbeit.“

Weniger glamourös sieht es dagegen im Leonardo Hotel in Hamburg-Stillhorn aus. Das Vier-Sterne-Hotel hat sich auf Konferenz- und Businessgäste spezialisiert. Es bietet auch Speisen im À-la-carte-Restaurant an. Kelvin Obazee ist im zweiten Lehrjahr, nicht zum Koch, sondern zur Fachkraft im Gastgewerbe. Der gebürtige Nigerianer kam vor drei Jahren nach Deutschland, als er gerade 19 Jahre alt war. Er ist immer noch dabei, die deutsche Sprache zu lernen. Um seine Sprachkurse zu finanzieren, suchte er sich einen Nebenjob als Spüler. Durch einen glücklichen Zufall landete er in der Küche. Das war der Moment, in dem der 23-Jährige seine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt hat. Die Sprachbarriere war anfangs zu groß, um die Lehre als Koch zu beginnen. Also geht er in kleinen Schritten seinen Weg. Nach der Abschlussprüfung will er sofort mit der Ausbildung zum Koch beginnen.

Jonathan Keesenberg, genannt Käse, arbeitet seit anderthalb Jahren in der Küche des Hotels. Er liebt die stundenlangen Vorbereitungen, Gerichte zu produzieren, anzurichten und hinauszuschicken. Sein größtes Lob: wenn sich die Gäste bedanken und sagen, dass es geschmeckt hat. Das harte Brot, so sagt er, zeigt sich aber immer wieder, wenn die Küche wegen Urlaub oder Krankheit von Kollegen unterbesetzt ist. Dann wird es ganz schön stressig! Sein Traum ist es, einmal ein erfolgreicher Koch zu werden, so wie die Stars im Fernsehen. Im Moment spielt der 19-Jährige sogar mit dem Gedanken, nach der Ausbildung noch eine Lehre zum Restaurantfachmann zu beginnen.

Die NDR Reportage blickt hinter die Kulissen eines Restaurantbetriebes und begleitet drei aufstrebende Jungköche während ihrer anstrengenden Zeit der Ausbildung. Sind sie für das harte Geschäft der Gastronomie gemacht?

Quelle: http://programm.ard.de/TV/ndrfernsehen/in-teufels-kueche/eid_2822616737971777

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